Samuel Finley Breese Morse erfand ab 1837 den ersten brauchbaren Schreibtelegrafen. Geboren wurde er am 27. April 1791 in Charlestown, Massachusetts und verstarb am 2. April 1872 in New York. Er entwickelte gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Alfred Vail einen frühen Morsecode. Morse schuf damit die praktischen Voraussetzungen für eine zuverlässige elektrische Telegrafie, wie sie wenig später auch zum Einsatz kam. Ihm zu Ehren wurde diese Art der Telegrafie nach ihm benannt.

Diese Morsezeichen (Code) wurden nach kleinen Änderungen 1865 auf dem Internationalen Telegraphenkongress in Paris standardisiert. Später wurde dieser mit der Einführung der drahtlosen Telegrafie als Internationaler Morsecode von der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) genormt.

Nachfolgend werden nun Elemente aus dieser Telegrafie beschrieben:

Die Morsetaste:

Zum Geben der Morsezeichen wird eine Taste benötigt. Auf einem hölzernen Grundbrett sind parallel drei Messingschienen befestigt, welche auf der einen Seite mit je einer Klemmschraube zum Anschließen der Leitungsdrähte ausgestattet sind.

Die vordere, dem Ebonitknopf der Taste am nächsten gelegene Schiene, nennt man Arbeitsschiene, die mittlere, mit einem Messingansatz versehene Mittelschiene oder Körper und die hintere Ruheschiene. Im von der mittleren Schiene getragenen Lager dreht sich in zwei Spitzenschrauben der Tastenhebel. Das vordere Ende des Tastenhebels ist mit Ebonit überzogen und soll den Telegrafisten vor etwaigen atmosphärischen Entladungen schützen. Die nebenstehende Taste aus den 1870er Jahren wurde bei der Reichstelegrafenverwaltung (RTV) eingesetzt. Der Hersteller ist nicht mehr feststellbar.

Zum Empfangen der Morsezeichen gab es zwei Apparaturen:

Der Schreibapparat:

Der Schreibapparat besteht aus einem mechanischen Teil mit Laufwerk, Papierführung und Tintenfass und aus einem elektrischen Teil mit Elektromagneten, Anker und Schreibhebel.

Der mechanische Teil dient zum Fortbewegen des Papierstreifens, der elektrische Teil stellt die telegrafierten Buchstaben (Punkte und Striche) auf dem Papierstreifen her. Das Laufwerk besteht aus dem Gehäuse, dem Räderwerk mit Windfang, der Triebfeder in der Federtrommel und der Hemmvorrichtung. Das Gehäuse ist auf einem Mahagoniekasten befestigt, welcher eine Schublade zur Aufnahme der Papierrolle enthält.

Der Schreibapparat wurde von der Firma Naglo, Berlin hergestellt. Herstellungszeit der Einrichtung sind die 1880er Jahre, eingesetzt wurde er bei der RTV.

Der Klopfer:

Der Klopfer ermöglicht nur durch den hörbaren Anschlag seines Ankers die Aufnahme vom Telegrammen nach dem Gehöhr. Er ermöglicht ein schnelleres Schreiben als der Schreibapparat. Ein wesentlicher Vorteil ist, dass bei der Telegrammaufnahme mit dem Gehöhr weniger Irrtümer als beim Ablesen der Morsezeichen mit dem Schreibapparat entstehen.

Ein dünnes, auf drei kegelförmigen Messingfüßen ruhendem Grundbrett aus Hartholz trägt, durch einen kleinen Zwischenraum vom Grundbrett getrennt, die Einrichtung des Klopfers. Aufgrund dieser Anordnung wird die Lautstärke des Klopfers erhöht.

Der mechanische Teil besteht aus dem Messingankerhebel und dem u-förmigen Messinggalgen, auf den der Ankerhebel im Takte der Morsezeichen schlägt; der elektrische Teil besteht aus den beiden Elektromagneten und dem eisernen Anker.

Dieser Klopfer wurde von C.F. Lewert, Berlin im Jahre 1911 produziert und bei der RTV eingesetzt.