Dieser Bereich befasst sich mit den Endgeräten der Ortsbatterie (OB) – Technik. OB bedeutet, dass bei dieser Art Fernsprechapparat eine Batterie zur Stromversorgung des Sprechmikrofons in der Nähe des Gerätes vor Ort aufgestellt wurde.

Dieses waren in der Anfangszeit Nasselemente, sogenannte Lechlanché-Elemente, bestehend aus einem Glasgefäß, in welchem ein Braunsteinzylinder (Kohle) als Pluspol und darüber ein Zinkzylinder als Minuspol untergebracht waren.

Als Elektrolyt diente eine Lösung aus Ammoniumchloid und destilliertem Wasser. Da die Unterhaltung dieser Nasselemente sehr aufwendig war, ging man später dazu über Trockenelemente, sogenannte Luft/Sauerstoff-Elemente, zu verwenden.

Ein Element lieferte eine Gleichspannung von ca. 1,5 Volt (V). Zum Betrieb eines OB-Fernsprechers benötigt man idealerweise eine Gleichspannung von 3 V. Um dieses zu erreichen, wurden zwei Elemente dazu in Reihe, also hintereinander geschaltet.

Diese Geräte waren für den handvermittelten Fernsprechverkehr gedacht. Hier wird ein Klappenschrank benötigt, welcher an anderer Stelle auf dieser Seite beschrieben wird.

Im nebenstehenden Bild ist ein Schrankwandapparat Modell M 1897 abgebildet, welcher um 1897 hergestellt und am 24.04.1912 zum Modell M 1900 umgebaut wurde.

Hersteller des Gerätes ist Robert Stock & Co Berlin.

Zu damaliger Zeit war Material sehr teuer und damit kostbar.

Aus diesem Grunde wurden die Telefone in den Werkstätten der Reichstelegrafenverwaltung (RTV) oder von Firmen, die von der RTV beauftragt wurden, bei technischen Neuerungen umgebaut.

Entsorgung und Neubeschaffung bei „Veraltung“ des Gerätes gab es zu damaliger Zeit nicht!

Rechts ist ein Pultwandapparat M 1998 abgebildet.

Das Gerät wurde 1899 hergestellt.

Danach am 15.11.1908 zum M 1900 und schließlich am 14.01.1915 zum M 1903a umgebaut.

Gross & Graf Berlin hat dieses Gerät gebaut.

Auf dem rechten Bild ist ein Pultwandapparat M 1903 zu sehen.

Dieser wurde am 11.04.1904 von der Firma Gross & Graf in Berlin produziert.

Nebenstehend ist ein Tischapparat OB 05 abgebildet.

Dieser Fernsprechapparat wurde von 1905 bis Mitte der 1920er Jahre von fast allen fernmeldetechnischen Firmen, die Telefone produzierten, hergestellt.

Dieses Gerät wurde am 2.11.1922 gebaut.

Der OB 05 ist das meist produzierte Telefon der Reichstelegrafenverwaltung/Reichspost.

Aus diesem Grunde ist das Gerät noch heute in der Sammlerszene recht häufig anzutreffen.

Von 1905 bis 1918 waren auf der Vorder- und Rückseite des Gerätes der kaiserliche Reichsadler als Hoheitszeichen abgebildet.

Nach dem ersten Weltkrieg und nach Abdankung des Kaisers wurden die Adler übermalt oder Gehäuse ohne Adler beschafft.

Rechts ist ein Tischapparat EB 08 von Friedrich Reiner, München zu sehen.

Das Gerät wurde ab 1908 in der königlich bayerischen Post- und Telegrafenverwaltung eingesetzt und bis Mitte der 1920er Jahre produziert.

EB bedeutet „Einzelbatterie“ und ist die bayerische Bezeichnung für „Ortsbatterie (OB)“

Im nebenstehenden Bild ist ein Telefon des Typs OB 33 abgebildet.

Er ist im Gegensatz zu den vorher gezeigten Geräten in einem Blechgehäuse untergebracht.

Produziert wurde dieser Fernsprechapparat von 1933 bis Mitte der 1950er Jahre.